Hintergrundbild Deutsches Kinderhilfswerk

Ausbildung zur Moderatorin/zum Moderator

für Kinder- und Jugendbeteiligung 2018/19 in Thüringen

…gehört werden…miteinander sprechen…mitmachen…dabei sein…mitbestimmen…Hauptperson sein…Bedürfnisse erfragen…Wünsche erfüllen…selbst bestimmen…

Das alles sind oft gebrauchte Worte, wenn es um Beteiligung geht. Aber: Wer entscheidet? Wer verantwortet? Und wie geht das überhaupt?

Kennen Sie das?

  • Sie wollen konkrete Methoden der Kinder- und Jugendbeteiligung kennen lernen und erproben...
  • Sie fragen sich, warum es in Ihrem Ort kein Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt gibt und es fehlt Ihnen an konkreten Strategien für die Initiierung...
  • Sie wollen mehr über Kinder- und Jugendbeteiligung wissen, Erfahrungen sammeln und innovative Wege beschreiten und sind auf der Suche nach einem adäquaten Ausbildungsangebot...
  • Sie haben zusammen mit Kindern und Jugendlichen ein Beteiligungsvorhaben begonnen. Es treten Widerstände und Probleme auf oder ein Motivationstief entsteht, weil vieles schwerer umzusetzen ist, als zunächst gedacht...

Die seit 1997/98 angebotenen und mehrfach weiterentwickelten Moderatorinnen- und Moderatorenausbildungen zur Qualifizierung von Fachkräften aus unterschiedlichen Berufssparten (u. a. Stadt- und Bauplanung, Jugendhilfe, Schule, Verwaltung) für kommunale Partizipationsprozesse haben sich als Mittel zur Förderung der Beteiligungsintensität und -qualität außerordentlich bewährt.

Das Deutsche Kinderhilfswerk bietet die Ausbildung bundesweit bereits zum zehnten Mal an, hinzu kommt eine Vielzahl von landesweiten Weiterbildungsreihen.

Die Weiterbildung in Thüringen wird im Zeitraum von Juni 2018 bis März 2019 innerhalb von fünf dreitägigen Seminaren durchgeführt, deren Grundlage das von Prof. Waldemar Stange entwickelte Curriculum ist.

Die Weiterbildung soll für die Planung, Organisation und Durchführung von Beteiligungsprozessen mit Kindern und Jugendlichen insbesondere im kommunalen, institutionellen und schulischen Raum qualifizieren.

In vielen Kommunen Deutschlands, vereinzelt auch auf Landes- und Bundesebene, gibt es Initiativen und Einrichtungen, die die Partizipation von Kindern und Jugendlichen fest in ihrem Konzept verankert haben. Die Möglichkeiten einer Beteiligung sind vielfältig und reichen von der mit Kindern geplanten und ausgeführten Spielraumgestaltung über demokratiepädagogische Ansätze in der Schule bis zur Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments, das die Erwachsenen in städtischen Angelegenheiten berät.

Dennoch mangelt es vielen Prozessbeteiligten an theoretischen Grundkenntnissen und an Strategien und Methoden wie Moderations-, Präsentations- oder Kreativitätstechniken, die die Umsetzung von Partizipation erleichtern. Die Weiterbildung vermittelt Methoden und Fertigkeiten zur Durchführung von eigenen Beteiligungsprojekten und zeigt auf, wie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag verankert werden kann.

Ergänzend zu den in der unten stehenden Übersicht dargestellten Inhalten werden die Teilnehmenden während der Weiterbildung angeregt, sich mit ihrer persönlichen Haltung und ihrem Selbstverständnis zur Partizipation 

auseinanderzusetzen. Die Identität und Rolle als Moderatorin oder Moderator, der kollegiale Austausch, Stolpersteine und Knackpunkte in der Praxis, sowie verschiedene Durchsetzungsstrategien im Kontext von Öffentlichkeitsarbeit und der Fokus auf möglichst breit angelegte Beteiligungsprozesse, die ausdrücklich Zielgruppen wie sozial benachteiligte, politikferne oder Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund einschließen, werden hierfür immer wieder in den Blick genommen.

Alle Inhalte werden so aufbereitet, dass sie einen direkten Transfer in die eigenen Tätigkeitsfelder ermöglichen.

Das Training ist geeignet für:

Teilnehmende, die an der praktischen Umsetzung von Beteiligung interessiert und mit ihr befasst sind, z. B.:

  • Fachkräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe, bspw. aus Kinder- und Jugendarbeit oder der Jugendverbandsarbeit (u. a. Erzieher/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Sozialarbeiter/-innen)
  • Leiterinnen und Leiter kommunaler Abteilungen der Jugendförderung
  • Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter
  • Kinderlobbyisten (bspw. Kinder- und Jugendbeauftragte, Mitarbeitende aus Kinderbüros und Koordinierungsstellen für Beteiligung)
  • Fachkräfte aus dem Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung (bspw. Lehrer/-innen, Erzieher/-innen)
  • Mitarbeiter/-innen in Umweltbüros oder im Quartiersmanagement
  • Stadt-, Grün-, Regional- oder Landschaftsplaner/-innen
  • Architektinnen und Architekten
  • Jugendbeauftragte bei der Polizei
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Ämtern, die mit praktischer/aktiver Bürgerbeteiligung zu tun haben
  • Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
  • Mitglieder der Ratsversammlungen
  • Bürgerschaftliche Mitglieder.

Teilnahmebedingungen und Zertifizierung

Die Teilnehmenden bilden eine geschlossene Gruppe von maximal 20 Personen.

  • Die Präsenzzeit der Weiterbildung umfasst 100 Stunden.
  • Für die bundesweite gültige Zertifizierung als „Moderatorin/Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung“ des Deutschen Kinderhilfswerkes sind die Teilnahme an allen fünf Modulen der Ausbildung und die Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten außerhalb der Präsenzzeiten erforderlich. Bei nichtverschuldeten Fehlzeiten ist mit der Weiterbildungsleitung Rücksprache zu halten, ob ggf. Ersatzleistungen für einen erfolgreichen Weiterbildungsabschluss erbracht werden können.
  • Weitere Bedingung ist die Planung, Durchführung, Dokumentation und Reflexion eines praktischen Beteiligungsprojektes. Hierbei berät das Weiterbildungsteam die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine aktive Mitarbeit in den Seminaren gewünscht. Neben Präsentationsübungen und praktischen Übungen wird die selbstständige Anleitung von Übungen und die Moderation von Kleingruppen Bestandteil des Kurses sein. Mit Hilfe von Vertiefungstexten werden die Inhalte der einzelnen Module vor- bzw. nachbereitet.

Inhalte der Seminare

Modul I: Auftakt und Kennenlernen, Grundlagen der Kinder- und Jugendbeteiligung

  • Begriffe und Begründungen
  • Aktionsfelder, Formen und Zielgruppen
  • Qualitätsstandards
  • Methodenfokus: Wertschätzende Erkundung

Modul II: Beteiligungsprojekte planen

  • Große und kleine Methoden der Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Einführung in das Projektmanagement
  • Ideenfindung und Konzeptentwicklung
  • Methodenfokus: Zukunftswerkstatt

Modul III: Beteiligungsprojekte durchführen

  • Techniken der Moderation
  • Visualisieren in Partizipationsprozessen (ViPP)
  • Präsentation der eigenen Projektideen
  • Methodenfokus: Sozialraumerkundung

Modul IV: Kinder- und Jugendbeteiligung stark machen

  • Aktivierende Formen der Öffentlichkeitsarbeit
  • Strategische Vernetzung
  • Strukturelle Verankerung
  • Präsentation und Coaching der Praxisprojekte I
  • Methodenfokus: E-Partizipation

Modul V: Qualität sichern: evaluieren und dokumentieren

  • Qualitätsmanagement
  • Chancen und Grenzen der Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Präsentation und Coaching der Praxisprojekte II
  • Methoden der Schwarmintelligenz
  • Gesamtevaluation, Vernetzung der Teilnehmenden und Abschluss mit Zertifikatsübergabe

Der Ablauf orientiert sich an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine Veränderung der Inhalte ist grundsätzlich möglich.

Zum 3. Seminar ist für die Zertifizierung eine eigene Projektidee einzubringen, anschließend kann mit der Durchführung des eigenen Projektes begonnen werden. Die Präsentation der eigenen Projekte findet im 4 und 5. Seminar statt. Die eigenen Praxisprojekte werden laufend reflektiert und jeweils unter dem Fokus der aktuellen Modulschwerpunkte weiterentwickelt, die Trainerinnen unterstützen durch Coaching. Weiterhin bieten wir den Teilnehmenden einen begleiteten kollegialen Austausch für die eigene Praxis.

Mitwirkende der Weiterbildung zur Moderatorin/zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung

Trainerinnen

Claudia Thiele und Elisabeth Raschke

Trainerinnen für die Weiterbildung von Moderatorinnen und Moderatoren für Kinder- und Jugendbeteiligung, ausgebildet durch das Deutsche Kinderhilfswerk.

Claudia Thiele arbeitet als freiberufliche Prozessmoderatorin. Seit den 90er Jahren ist sie aktive Mitstreiterin für Kinderrechte und für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen. Sie bringt vielfältige praktischen Erfahrungen mit, die sie zunächst beim Münchner Kinder- und Jugendforum (Kultur und Spielraum e. V.) und später beim Dachverband der Elterninitiativen (KKT e. V.) gesammelt hat. Als Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin blickt sie durch in den Strukturen und Verfahren von Kommunen, Parteien und Verbänden. Ehrenamtlich ist sie in der Lenkungsgruppe des Bundesnetzwerks Kinder- und Jugendbeteiligung aktiv.

Elisabeth Raschke navigiert mit ihrer Firma h3k in freiberuflichen Gewässern. Als Coach unterstützt sie Fach- und Führungskräfte in herausfordernden Situationen und am Übergang; Teams und Events erfahren durch ihre Moderation Struktur und Rhythmus. Wenn die Graphic Recorderin als #skribbeli nicht gerade live zeichnet, kreiert sie Prozesse für Beteiligungs- und Konfliktlösungs-Verfahren. Elisabeth ist gelernte Analytische Philosophin und Literaturwissenschaftlerin.

Darüber hinaus geben externe Referent/-innen Inputs zu speziellen Themen.

Koordination

Petra Dickhoff
Kinder- und Jugendbeteiligung im Deutschen Kinderhilfswerk e.V.
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Telefon: 030-308 693 26

Inhaltlich verantwortlich

Petra Dickhoff und Sebastian Schiller, Leiter der Fachstelle Kinder- und Jugendbeteiligung des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 030-308 693 42

Veranstaltungsort und Termine der Weiterbildung

Das Seminar 1 samt Übernachtung findet in Weimar im Hotel und Tagungshaus „Europäische Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Weimar (EJBW)“ statt.

Hotel und Tagungshaus „Europäische Jugendbildungs- und Begegnungsstätte Weimar (EJBW)“ 
Jenaer Straße 2-4
99425 Weimar
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
http://www.ejbweimar.de/

Der Veranstaltungsort für die Seminare 2 bis 5 wird im Raum Ilmenau/Arnstadt liegen, er wird sobald wie möglich bekanntgegeben. Diesbezüglich finden derzeit noch letzte Absprachen statt, eine Anbindung an die Autobahn wird gegeben sein.

Die Weiterbildungswochenenden beginnen am Donnerstag um 10:00 Uhr und enden Samstag um 16:00 Uhr.

Termine der Ausbildung

 Block      Datum
 I  21. bis 23. Juni 2018 
 II  06. bis 08. September 2018  
 III  25. bis 27.Oktober 2018
 IV  17. bis 19. Januar 2019
 V  21. bis 23. März 2019

 

Kosten der Weiterbildung

Teilnehmende aus Thüringen

Mindestens 16 Weiterbildungsplätze sind Teilnehmenden aus dem Freistaat Thüringen vorbehalten (ca. vier weitere Plätze stehen Interessierten aus dem übrigen Bundesgebiet offen).

Der Freistaat Thüringen und das Deutsche Kinderhilfswerk tragen für die Teilnehmenden aus dem Freistaat die Kosten für die Weiterbildung inklusive Tagungsmaterialien. Aus diesem Grund fallen für Teilnehmende aus Thüringen keine Teilnahmebeiträge an. Alle darüber hinausgehenden Kosten wie Reise- und ggf. Übernachtungskosten ab dem 2. Seminar werden von den Teilnehmenden selbst getragen. Weiterhin sind für die Kosten der Verpflegung jede Teilnehmende und jeder Teilnehmer selbst zuständig.

Eine Übernachtung im Doppelzimmer wird nur beim 1. Seminar durch das Deutsche Kinderhilfswerk organisiert und durch die Partner der Weiterbildung (Freistaat Thüringen und Deutsches Kinderhilfswerk), finanziert. Die anderen Seminare werden als Tagesveranstaltungen durchgeführt. Eventuelle Übernachtungswünsche sind durch die Teilnehmenden für die Seminare 2 bis 5 selbst zur organisieren und zu finanzieren.

Teilnehmende aus dem übrigen Bundesgebiet

Teilnehmende, die nicht aus Thüringen stammen, zahlen 1000,00 € Teilnahmegebühr, darin enthalten sind pro Seminar zwei Übernachtungen im Einzelzimmer. Für die Verpflegung sind die Teilnehmenden selbst zuständig.

Die Zahlung der Teilnahmegebühr erfolgt nach Rechnungslegung durch das Deutsche Kinderhilfswerk. Wir bieten auch eine individuelle Ratenzahlung an. Dazu kontaktieren Sie uns bitte.

Anmeldung

Die verbindliche Anmeldung erfolgte bis zum 30. April 2018. Die Weiterbildung ist ausgebucht.

Bei mehr Anmeldungen als vorhandenen Weiterbildungsplätzen werden die Teilnehmenden nach Eingang der Anmeldung bzw. dem individuellen Praxisbezug der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausgewählt.

Es erfolgt eine Zu- bzw. Absage durch das Deutsche Kinderhilfswerk.

Wird die Teilnehmendenzahl von mindestens 16 nicht erreicht, behält sich das Deutsche Kinderhilfswerk vor, die Weiterbildung abzusagen.

Förderung

Die Weiterbildung zur Moderatorin/zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung wird gefördert durch Landesmittel aus dem Thüringer Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit.

 

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