Hintergrundbild Deutsches Kinderhilfswerk

Brennpunkt
Entscheidungspyramide
Lawinenstruktur
Verdopplung

Kurzbeschreibung:

Die Methode hilft, aus vielen verschiedenen Vorschlägen einen herauszufiltern. Alle notieren ihre drei bevorzugten Lösungen. Nun wird sich zu zweit nach kurzer Diskussion auf drei gemeinsame Vorschläge geeinigt. Diese werden nun zu viert diskutiert, bis wieder nur drei Vorschläge übrig bleiben, usw.

Methodentyp

Sonstige Methode

Altersgruppe:

8 - 99 Jahre

Gruppengröße:

8 - 64 Personen

Gruppeneigenschaften

Kinder (mit guten sprachlichen, argumentativen Fähigkeiten)
Jugendliche
Erwachsene

Teilnehmerrekrutierung

keine Angaben

Dauer

ca. 45 Minuten

Ort

drinnen

Anzahl Personal

1

Personal

Moderator/in

Vorbereitungsaufwand

gering

Materialbedarf

gering

Ziele

Argumentieren und überzeugen
Entscheidung/Auswahl zwischen Themen/Projekte
Entscheidungen treffen
Gegenargumente vergegenwärtigen

inhaltlich offen

ja

Durchführung:

1. Die Gruppe hat viele Vorschläge gesammelt (z.B. mit Hilfe der 6-3-5-Methode, oder einem Ideensprint). Nun soll eine Entscheidung getroffen werden.
Die Leitung erklärt die Vorgehensweise.
2. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält einen Zettel mit drei leeren Zeilen. Hier soll sie/er seine favorisierten Vorschläge aus der Fülle der gesammelten Vorschläge eintragen.
3. Nun finden sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Paaren zusammen, stellen ihre Vorschläge vor und diskutieren. Ziel ist es, nach Ablauf einer bestimmten Frist zu drei gemeinsamen Vorschlägen zu kommen.
4. Die Paare finden sich nun in Vierergruppen (oder Sechsergruppen - je nach Gruppengröße) zusammen. Wiederum wird diskutiert und nach einer Einigung und drei gemeinsamen Vorschlägen gesucht.
5. Dieses Verfahren setzt sich solange fort, bis alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich in zwei Gruppen gegenüberstehen und nun also die Gesamtgruppe aus sechs Vorschlägen wiederum drei gemeinsame auswählt.
6. Die letzten drei Vorschläge können erneut diskutiert und anschließend mit Punkten bewertet werden. Auch einfache Abstimmungsverfahren wie Handzeichen können zur "letzten" Entscheidung verwendet werden.

Hinweise für Durchführung:

- Die Leitung sollte darauf achten, dass nicht mehr als drei Vorschläge aus einer Diskussion hervorgehen und die Regeln strikt eingehalten werden.
- Die Diskussionen sollten zeitlich begrenzt werden. Dabei ist es nicht unbedingt notwendig, bei Runden mit vielen Diskutanten mehr Zeit einzuräumen.
- Je nach Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kann sich die Staffelung der Zahl der Diskutanten in den jeweiligen Gruppen verändern. Sie muss im Vorhinein gründlich überdacht und organisiert werden.
Beispiel: 36 Teilnehmer: 1. Runde - 36 mal 1 Teilnehmer; 2. Runde - 18 mal 2 Teilnehmer; 3. Runde - 9 mal 4 Teilnehmer; 4. Runde - 3 mal 8 Teilnehmer und 1 mal 12 Teilnehmer; 5. Runde - 1 mal 16 Teilnehmer und 1 mal 20 Teilnehmer; 6. Runde - Geamtgruppe.
- Es bietet sich an, die Vorschläge auf einer Pinnwand nach jeder Runde anzupinnen. So kann die Pyramidenstruktur der Diskussion und der Entscheidung deutlich werden. Auf der untersten Ebene befinden sich bei 16 Teilnehmern also 16 Zettel mit je drei Vorschlägen. Auf der zweiten Ebene befinden sich nur noch acht Zettel. Auf der dritten sind es vier, auf der vierten dann zwei und schließlich in der "Spitze der Pyramide" nur noch ein Zettel mit drei Vorschlägen. So wird der demokratische Einigungsprozess sichtbar und für alle "be-greifbar".

Pädagogische Hinweise:

- Dieses Verfahren trägt zur Entwicklung der sozialen und kommunikativen Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei. Argumentationsfähigkeiten werden geschärft und das Problem bzw. die Lösung vertieft reflektiert.

Vorbereitungen:

Es müssen Karten oder Zettel vorbereitet werden.

Personelle Erfordernisse:

keine

Benötigtes Material:

Zettel oder Karten,
Stifte,
Pinnwände zum Anbringen der Zwischenergebnisses und der Endergebnisses

Voraussetzungen am Veranstaltungsort:

Stühle für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer,
Pinnwände zum Visualisieren der Zwischenergebnisse bzw. des Endergebnisses, genügend Raum, um in Gruppen zu arbeiten

Varianten:

Variante 1: Anstatt zur Entscheidungsfindung kann diese Lawinenstruktur auch zur Themensammlung und zum Erarbeiten von Gemeinsamkeiten verwendet werden. Dann wird anfangs lediglich ein Impuls, bzw. eine Fragestellung vorgegeben.

Sonstiges:

keine Angaben