Hintergrundbild Deutsches Kinderhilfswerk

Das Hemd des Kapitäns
Hemden waschen

Kurzbeschreibung:

Spaßige Einkleidung einer Feedback-Methode, die negative Punkte benennt. Anschließend werden gemeinsam Verbesserungsvorschläge erarbeitet.

Methodentyp

Sonstige Methode

Altersgruppe:

10 - 99 Jahre

Gruppengröße:

4 - 20 Personen

Gruppeneigenschaften

Kinder
Jugendliche
Erwachsene

Teilnehmerrekrutierung

keine Angaben

Dauer

ca. 45 Minuten

Ort

Nicht angegeben

Anzahl Personal

1

Personal

Moderator/in

Vorbereitungsaufwand

gering

Materialbedarf

gering

Ziele

Evaluation und Bewertung (Veranstaltung/Veranstaltungsteile)
Prozesse/Arbeit in der Gruppe verbessern/verändern
Sammlung/Nennung von Kritik/Problemen/Negativem

inhaltlich offen

ja

Durchführung:

Das "Hemd des Kapitäns" ist in seinem Ursprung ein origineller Falttrick. Aus Papier wird in bekannter Art und Weise ein Schiffchen gefaltet. Der Durchführende erzählt nun, dass ein Kapitän auf seinem Boot über den Ozean schippert. Plötzlich zieht ein Unwetter auf, ein tobender, brausender Sturm, der alles verdunkelt. Das Boot ist nicht mehr zu sehen. Nun führt der Durchführende das Papierschiffchen hinter seinen Rücken. Während er weiter spricht, den Sturm dramatisch beschreibt, reißt er hinter seinem Rücken das Heck, den Bug und den Schornstein (die Spitze) des Schiffes ab (siehe Beispiel). Das Reißen hinter dem Rücken erfordert Übung - zur Not kann es auch vor dem Körper gemacht werden.
Der Sturm zieht weiter, die See beruhigt sich. Nun fragt der Durchführende, was die Zuhörer wohl glauben, was da auf dem Meer schwimmt? Er wartet einige Antworten ab. Hinter seinem Rücken entfaltet er das Papier. Aus dem Schiff ist nun ein "Hemd" geworden. Er bringt es nach vorne, hält es hoch und verrät die Antwort auf seine Frage: "Auf dem Meer schwimmt das Hemd des Kapitäns!"
Diese Geschichte kann als Einleitung zur eigentlichen Feedback-Methode, die sich nun anschließt, verwendet werden.
Die Idee ist, dass solche Hemden aus Papier als "Schmutzwäsche" dazu verwendet werden, um Kritik an einen Veranstaltungsablauf, einen Veranstaltungsteil oder anderem aufzuschreiben. Schmutzige Wäsche fällt überall an und sie kann gewaschen werden.
Durchführung:
1. Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer erhält ein Blatt Papier DIN (A4 oder A3) und faltet ein Papierschiffchen.
2. Nun macht die Moderation vor, wie das Schiffchen "beschnitten" wird, damit ein Hemd entsteht. Alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer schneiden ihre Schiffchen zurecht und entfalten die Hemden (siehe Beispiel).
3. "Schmutzwäsche machen": Nun schreiben alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Hemden, was ihnen an der Veranstaltung nicht gefiel, was sie störte oder ärgerte. Die Moderation sollte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer dazu ermutigen, ehrlich zu sein und alle "Schmutzwäsche" auf den Tisch zu packen. Die Kritikpunkte werden reihum vorgelesen.
5. "Wäsche waschen": Gemeinsam beraten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nun, was man wie verbessern kann. Die Verbesserungsvorschläge werden auf die Rückseiten der Hemden geschrieben. Die Schmutzwäsche wird gewaschen.
6. "Wäsche trocknen": Ist ein Hemd "gewaschen" - also ein Verbesserungsvorschlag gefunden und aufgeschrieben worden, wird das Hemd mit einer Klammer zum Trocknen an eine Wäscheleine gehängt.
7. Wenn es Folgeveranstaltungen gibt, können die Hemden aufbewahrt und beim nächsten Mal wieder aufgehängt werden. Sie erfüllen dann die Funktion eines Protokolls. Es kann nun überprüft werden, ob die Verbesserungsvorschläge umgesetzt wurden.

Hinweise für Durchführung:

- Die Wäschleine sollte in Augenhöhe der Teilnehmerinnen und Teilnehmer hängen.

Pädagogische Hinweise:

keine

Vorbereitungen:

Eine Wäscheleine wird im Raum gespannt und das Material bereitgestellt.

Personelle Erfordernisse:

keine

Benötigtes Material:

Blätter in der Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer (weiß oder eine helle Farbe),
Stifte/Filzschreiber für alle,
einige Scheren,
Wäscheklammern für jeden,
eine Wäscheleine

Voraussetzungen am Veranstaltungsort:

Stühle und Tische (oder Schreibunterlagen) für alle, Befestigungsmöglichkeit für eine Wäscheleine

Varianten:

Variante 1: Die einkleidenden Geschichten können sehr unterschiedlich sein. Eine Variante der Geschichte ist zum Beispiel: "Es waren einmal ein paar Matrosen, welche die Welt erkunden wollten. So fuhren sie lange, lange Zeit mit ihrem Segelboot über das Meer. Eines Tages jedoch kam ein heftiger Sturm auf." (Linke Seite des Boots abreißen.) "Als es nun so blitzte und donnerte, brach die eine Seite des Schiffes ab. Da die Matrosen jedoch wenig Angst hatten unterzugehen, segelten sie weiter." (Rechte Seite des Boots abreißen.) "Aber leider half ihnen ihr Mut wenig, denn ein weiterer Blitz ließ die andere Seite des Schiffes abbrechen. Voller Panik rannten sie nun auf dem Schiff hin und her. Blitz, Donner, da brach auch noch der Mast ab." (Die Spitze abreißen.) "Und wisst ihr, was dann passierte? Die Matrosen hatten so viel Glück, denn sie konnten schon eine Insel sehen, auf die sie sich retten konnten. Und nun, was meint ihr, was fehlte den Matrosen noch, denn sie waren nun pitschnass geworden?! Ein Matrosenhemd!!!" (Das Boot auseinanderfalten.)
(Nach: www.bastelfrau.de - die Geschichte vom Segelboot)

Sonstiges:

keine Angaben