Hintergrundbild Deutsches Kinderhilfswerk

Podiumsdiskussion

Kurzbeschreibung:

Personen mit verschiedenen inhaltlichen Positionen diskutieren kontrovers ein Thema und stellen sich den Fragen von Jugendlichen aus dem Publikum.

Methodentyp

Sonstige Methode

Altersgruppe:

14 - 99 Jahre

Gruppengröße:

10 - 100 Personen

Gruppeneigenschaften

Jugendliche
Erwachsene

Teilnehmerrekrutierung

ausgewählte TeilnehmerInnen/Gruppen
feste Gruppen
gewählte TeilnehmerInnen/Vertreter/Delegierte
offene Gruppen

Dauer

ca. 2 Stunden

Ort

drinnen

Anzahl Personal

2

Personal

Moderator/in

Vorbereitungsaufwand

mittlerer

Materialbedarf

mittlerer

Ziele

Dialog zwischen Verantwortlichen und Betroffenen herstellen
Öffentlichkeit für Kinderinteressen herstellen

inhaltlich offen

ja

Durchführung:

1. Die Jugendgruppe, die die Podiumsdiskussion vorbereitet hat, eröffnet die Veranstaltung und begrüßt die Gäste, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sowie die Moderation und übergibt ihr das Wort.
2. Die Moderation begrüßt ebenfalls die Gäste und die Zuschauer und leitet die Podiumsdiskussion kurz ein, umreißt noch einmal das Thema und erklärt die Vorgehensweise bei der Podiumsdiskussion.
3. Die Gäste stellen sich daraufhin vor und bekommen die Gelegenheit, ihre Position ca. zwei Minuten zu erläutern.
4. Danach stellt die Moderation gezielte Fragen an die Gäste und versucht, die unterschiedlichen Positionen herauszufinden.
5. Nach einiger Zeit wird das Publikum ebenfalls in die Diskussion einbezogen und stellt Fragen an die Gäste auf dem Podium. Die Moderation hat die Aufgabe, die Diskussion lebendig zu gestalten, sie durch gezielte Fragen auf den Punkt zu bringen, die "Vielredner" zu bremsen und die "Leiseren" zu unterstützen. In jedem Fall muss sie darauf achten, dass die Diskussion fair bleibt und die Fragen der Jugendlichen beantwortet werden.
6. Zum Abschluss bekommt jeder Gast noch einmal das Wort, um ein Abschlussstatement zu geben.
7. Die Moderation fasst daraufhin die wichtigsten Punkte der Diskussion noch einmal zusammen, zeigt kurz auf, welche Bedeutung sie für die Anliegen der Jugendlichen haben, wie weitergearbeitet werden könnte und beendet danach offiziell die Veranstaltung.
8. Nach der Veranstaltung kann sich für Interessierte eine Diskussionsrunde im kleinen Kreis anschließen.

Hinweise für Durchführung:

- Geeignet für welche Situationen?
a) um unterschiedliche Aspekte und verschiedene Argumentationslinien zu einem Thema kennenzulernen
b) zum Beleuchten von aktuellen, brisanten Themen, die Jugendliche interessieren.
c) um Positionen deutlich werden zu lassen
d) gut geeignet als Vorbereitung von Entscheidungen
e) gut geeignet, um Meinungen und Wissen von Fachleuten mit Meinungen und Wissen von Jugendlichen zu konfrontieren
f) gut geeignet bei Fragen der Jugendpolitik in einer Gemeinde
- Vorteile: verhindert oberflächliche Schnelleinschätzungen, anspruchsvoll.
- Nachteile: Gefahr, dass über die Köpfe von Jugendlichen hinweg intellektualisiert wird.
- Die Vorbereitung und Organisation kann eine Jugendgruppe, bestehend aus drei bis vier Personen, übernehmen.
- Es werden ein bis zwei Erwachsene zur Unterstützung und zwei Personen, die moderieren, benötigt (eine für die Diskussion auf dem Podium und eine für die Fragen aus dem Publikum benötigt).
- Die Publikumsmoderation können auch gut Jugendliche übernehmen.
- Die Moderation der Podiumsdiskussion sollte in jedem Fall eine Person übernehmen, die bereits Erfahrungen mit der Moderation solcher Veranstaltungen hat. Es muss darauf geachtet werden, dass jugendgemäß argumentiert und gesprochen wird - was aber nicht mit "anspruchslos" gleichzusetzen ist!
- Läuft die Podiumsdiskussion in Verbindung mit einer anderen Veranstaltung (Konzert, Disco-Abend usw.), erhöht sich die Chance, daß auch Jugendliche an der Diskussion teilnehmen, die sonst kein so großes Interesse an einer solchen Veranstaltung hätten.

Pädagogische Hinweise:

keine

Vorbereitungen:

Das Thema wird ausgewählt und die Hauptfrage des Themas als zugespitzter, vielleicht sogar provokanter Titel für die Veranstaltung formuliert.
Für die Diskussion auf dem Podium werden die für das Thema geeigneten Personen ausgewählt und eingeladen. Das können z. B. Fachleute, Politiker, Betroffene usw. sein. Wichtig ist, dass die eingeladenen Gäste etwa gleich "stark" sind
(z. B. im Auftreten, in der Rhetorik, in der Ausstrahlung, im Wissen) und erkennbar verschiedene Positionen zu dem Thema vertreten. Insgesamt sollten nicht mehr als fünf Gäste auf dem Podium sitzen, da sonst die Diskussion an Übersichtlichkeit verliert.
Die Gäste sollten rechtzeitig (drei bis acht Wochen vor der Veranstaltung) eingeladen werden. Die Einladung sollte schriftlich erfolgen. Danach sollte noch einmal mündlich Rücksprache gehalten werden. Die Gäste müssen genaue Informationen über den Ablauf, das Thema und den Hintergrund der Veranstaltung haben und wissen, welche Aufgabe sie selbst dabei übernehmen sollen.
Die Jugendlichen werden durch jugendgerecht gestaltete Handzettel, die an Schulen und Kinder- und Jugendeinrichtungen verteilt werden oder durch Wurfsendungen an die Haushalte eingeladen. Außerdem wird die Veranstaltung in den Medien und über Plakate bekannt gemacht.
Die Einladung an die Medien selbst zur Podiumsdiskussion darf natürlich nicht fehlen.
Kurz vor der Veranstaltung wird der Raum hergerichtet: Das Podium wird mit Tischen, Stühlen und Namensschildern ausgestattet. Wenn mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet werden, werden zusätzlich Podiumsmikrophone aufgestellt sowie ein Saalmikrophon bereitgehalten (unbedingt vorher eine Sprechprobe machen!). Die Stühle für die Zuschauer werden so aufgestellt, dass das Podium von allen Plätzen gut zu sehen ist.

Personelle Erfordernisse:

Der Moderator der Podiumsdiskussion sollte Erfahrung mit solchen Veranstaltungen haben.

Benötigtes Material:

Namensschilder auf dem Podium,
Getränke für die Redner,
Podiums- und Saalmikrophone

Voraussetzungen am Veranstaltungsort:

Bei mehr als 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmern sind Podiums- und Saalmikrophone sinnvoll., Platz für das Podium, das von allen Zuschauerplätzen gut einsehbar sein sollte

Varianten:

Variante 1: Eine interessante Variante der Podiumsdiskussion ist die aktuelle Diskussion aus Österreich: "Tat-Wort" - die aktuelle Diskussion: Diskutiert wird dort, wo die Dinge auch wirklich stattfinden - vor Ort. Um z. B. über Verkehr zureden, trifft man sich auf einem großen Parkplatz oder am Busbahnhof. Diese Veranstaltung kann einmalig zu einem ganz besonderes "heißen" Thema durchgeführt oder als Veranstaltungsreihe angeboten werden. Die sogenannten heißen Themen legen am besten die Kinder und Jugendlichen selbst fest. Denn ihre Meinung ist gefragt, Politiker, Experten stehen Rede und Antwort.
Zielgruppe sind in erster Linie junge Leute unter 20 Jahren. Als städtische Diskussionseinrichtung kann sie auch in den unterschiedlichsten Schultypen beworben werden. Einladungen an die Zielgruppe persönlich zu versenden, hat sich ebenfalls bewährt. Ein zaghaftes Herangehen ist bei dieser Dialogform nicht gefragt; entweder man nimmt die von den Kindern und Jugendlichen vorgeschlagenen Themen auf, oder man lässt es lieber gleich bleiben. (Literatur dazu: Landesjugendreferate Österreichs u. a. 1994, S. 31)

Sonstiges:

keine Angaben