Kinderanhörungen in den Stadtteilen von Frankfurt am Main
Mädchen und Jungen reden mit, wenn es um ihren Stadtteil geht
Die Lebensphase Kindheit ist ein eigenständiger Abschnitt der Persönlichkeitsbildung
eines Menschen und jedes Kind hat auch in dieser Phase ein Recht auf Beteiligung an
allen Entscheidungen und Planungen, die sie oder ihn betreffen. Dieser Erkenntnis wird
Rechnung getragen, wenn im Kinder- und Jugendhilfegesetz (KJHG) die Beteiligung
von Kindern gefordert wird. Diese Sichtweise, die Kinder als Staatsbürger begreift, wird
durch neuere gesellschaftspolitische Diskussionen unterstützt, die nach Lösungswegen
suchen, um der immer stärker um sich greifenden Desintegration von Kindern und
Jugendlichen zu begegnen. Ein Weg der Umsetzung wird darin gesehen, Kinder und
Jugendliche ihre Lebenswelt mitplanen und mitgestalten zu lassen, um ihnen dadurch
eine gesellschaftspolitische Teilhabe zu ermöglichen. Ganz konkret, vor Ort, im Alltag
der jungen Menschen.
Hier setzt auch die Kinderanhörung in Frankfurter Stadtteilen unter dem Motto „Kinder
reden mit!“ an. Partizipation von Kindern an kommunalpolitischen Entscheidungen
greift zu kurz, wenn sie sich ausschließlich darauf beschränkt, die bestehenden Instrumente
kommunaler Politik transparenter und effektiver zu gestalten. Sie greift auch zu
kurz, wenn es nur darum geht, durch partizipatorische Ansätze das Wissen der Kinder
und Jugendlichen über das kommunale politische System zu verbessern.
Partizipation ist mehr als das Erlernen der demokratischen Spielregeln in der Erwachsenenpolitik.