Dorfwerkstatt „Kulturkreise im
heutigen Dorf“ Pro Provincia: praxisnahe Möglichkeiten der Selbstanalyse
von Dörfern
Im Folgenden wird ein sehr spannendes Konzept vorgestellt, das – anders als die in den
nächsten Beiträgen dieses Bandes beschriebene Dorfanalyse – nur auf den ersten Blick
nichts mit der Partizipation von Kindern und Jugendlichen in der Dorfentwicklung zu
tun hat. Denn es geht hier zunächst einmal um einen Arbeitsansatz mit Erwachsenen
(und Jugendliche ab 16 Jahren). Dieser ist aber partizipativ angelegt. In der
Dorfwerkstatt soll das Nachdenken über das eigene Dorf in die Verantwortung der
Betroffenen gelegt werden. Bisher ist dieses Nachdenken traditionell noch ein Privileg
von Politik, Verwaltung und städtischer Wissenschaft. Mit dem Mittel der
Kulturkreisanalyse reflektieren die Dorfbewohner die soziale Situation in ihrem Dorf
selber und leiten erste Handlungsansätze ein. In einer Dorfwerkstatt wird also nicht nur
intellektuell experimentiert, sondern bereits an konkreten Lösungen gearbeitet und
modelliert. Die Dorfwerkstatt findet im Vorfeld der eigentlichen Kinder- und
Jugendpartizipation statt. Sie ist – wie auch die Analyse sozialstatistischer Daten – eine
wichtige Voraussetzung für die weitere Analyse und Planung. Ob Dorfwerkstätten im
hier beschriebenen Sinne auch für Kinder und Jugendliche geeignet sind, wäre noch zu
erproben. Dorfwerkstätten ohne Kulturkreisanalyse sind in der Form von
Zukunftswerkstätten aber sehr erfolgreich implementiert (siehe hierzu die Beiträge von
Stange, insb. zum Bundesmodellprojekt in diesem Band).