Hintergrundbild Deutsches Kinderhilfswerk

 

Ausbildung zur Moderatorin/zum Moderator

für Kinder- und Jugendbeteiligung 2017/18 in Hannover

…gehört werden…miteinander sprechen…mitmachen…dabei sein…mitbestimmen…Hauptperson sein…Bedürfnisse erfragen…Wünsche erfüllen…selbst bestimmen…

Das alles sind oft gebrauchte Worte, wenn es um Beteiligung geht. Aber: Wer entscheidet? Wer verantwortet? Und wie geht das überhaupt?

Kennen Sie das?

  • Sie wollen konkrete Methoden der Kinder- und Jugendbeteiligung kennen lernen und erproben...
  • Sie fragen sich, warum es in Ihrem Ort kein Kinder- und Jugendbeteiligungsprojekt gibt und es fehlt Ihnen an konkreten Strategien für die Initiierung...
  • Sie wollen mehr über Kinder- und Jugendbeteiligung wissen, Erfahrungen sammeln und innovative Wege beschreiten und sind auf der Suche nach einem adäquaten Ausbildungsangebot...
  • Sie haben zusammen mit Kindern und Jugendlichen ein Beteiligungsvorhaben begonnen. Es treten Widerstände und Probleme auf oder ein Motivationstief entsteht, weil vieles schwerer umzusetzen ist, als zunächst gedacht...

Die seit 1997/98 angebotenen und mehrfach weiterentwickelten Moderatorinnen- und Moderatorenausbildungen zur Qualifizierung von Fachkräften aus unterschiedlichen Berufssparten (u. a. Stadt- und Bauplanung, Jugendhilfe, Schule, Verwaltung) für kommunale Partizipationsprozesse haben sich als Mittel zur Förderung der Beteiligungsintensität und -qualität außerordentlich bewährt.

Das Deutsche Kinderhilfswerk bietet die Ausbildung bundesweit bereits zum neunten Mal an, hinzu kommt eine Vielzahl von landesweit durchgeführten Ausbildungsreihen.

Die Ausbildung in Hannover wird im Zeitraum von März 2017 bis Januar 2018 innerhalb von sechs dreitägigen Modulen, deren Grundlage das von Prof. Waldemar Stange entwickelte Curriculum ist, durchgeführt.

Die Ausbildung soll für die Planung, Organisation und Durchführung von Beteiligungsprozessen mit Kindern und Jugendlichen insbesondere im kommunalen, institutionellen und schulischen Raum qualifizieren.

In vielen Kommunen Deutschlands, vereinzelt auch auf Landes- und Bundesebene, gibt es Initiativen und Einrichtungen, die die Partizipation von Kindern und Jugendlichen fest in ihrem Konzept verankert haben. Die Möglichkeiten einer Beteiligung sind vielfältig und reichen von der mit Kindern geplanten und ausgeführten Spielraumgestaltung über demokratiepädagogische Ansätze in der Schule bis zur Einrichtung eines Kinder- und Jugendparlaments, das die Erwachsenen in städtischen Angelegenheiten berät.

Dennoch mangelt es vielen Prozessbeteiligten an theoretischen Grundkenntnissen und an Strategien und Methoden wie Moderations-, Präsentations- oder Kreativitätstechniken, die die Umsetzung von Partizipation erleichtern.

Die Ausbildung vermittelt Methoden und Fertigkeiten zur Durchführung von eigenen Beteiligungsprojekten und zeigt auf, wie Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Alltag verankert werden kann.

Ergänzend zu den in der Übersicht dargestellten Inhalten werden die Teilnehmenden während der Ausbildung angeregt, sich mit ihrer persönlichen Haltung und ihrem Selbstverständnis zur Partizipation auseinanderzusetzen. Die Identität und Rolle als Moderatorin oder Moderator, der kollegiale Austausch, Stolpersteine und Knackpunkte in der Praxis, sowie verschiedene Durchsetzungsstrategien im Kontext von Öffentlichkeitsarbeit und der Fokus auf möglichst breit angelegte Beteiligungsprozesse, die ausdrücklich Zielgruppen wie sozial benachteiligte, politikferne oder Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund einschließen, werden hierfür immer wieder in den Blick genommen.

Alle Inhalte werden so aufbereitet, dass sie einen direkten Transfer in die eigenen Tätigkeitsfelder ermöglichen.

Das Training ist geeignet für:

Teilnehmende, die an der praktischen Umsetzung von Beteiligung interessiert und mit ihr befasst sind, z.B.:

  • Fachkräfte öffentlicher und freier Träger der Jugendhilfe, die z.B. im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit oder der Jugendverbandsarbeit tätig sind (bspw. Erzieher/-innen, Sozialpädagogen/-innen, Sozialarbeiter/-innen)
  • Leiterinnen und Leiter kommunaler Abteilungen der Jugendförderung
  • Jugendarbeiterinnen und Jugendarbeiter
  • Kinderlobbyist/-innen (bspw. Kinder- und Jugendbeauftragte, Mitarbeitende aus Kinderbüros und Koordinierungsstellen für Beteiligung)
  • Fachkräfte aus dem Bereich der schulischen und außerschulischen Bildung (bspw. Lehrer/-innen, Erzieher/-innen, ehrenamtliche Vertreter/-innen)
  • Mitarbeiter/-innen in Umweltbüros und in Projekten zur Agenda 21
  • Stadt-, Grün-, Regional- oder Landschaftsplaner/-innen
  • Architektinnen und Architekten
  • Polizei-Jugendbeauftragte
  • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus allen Ämtern, die mit praktischer/aktiver Bürgerbeteiligung zu tun haben
  • Bürgermeisterinnen und Bürgermeister
  • Mitglieder der Ratsversammlungen
  • Bürgerschaftliche Mitglieder

Teilnahmebedingungen und Zertifizierung

Die Teilnehmenden bilden eine geschlossene Gruppe von maximal 20 Personen.

  • Die Präsenzzeit der Ausbildung umfasst 100 Stunden. Für die Zertifizierung als Moderatorin /als Moderatorfür Kinder- und Jugendbeteiligung ist die Teilnahme an mind. 80% der Ausbildung und die Auseinandersetzung mit den Lehrinhalten außerhalb der Präsenzzeiten erforderlich. Die maximal 20 Stunden Fehlzeit bei Krankheit oder anderem Ausfall des/der Teilnehmenden müssen in Absprache mit Trainerin und Trainer durch Eigenarbeit nachgeholt werden.
  • Weitere Bedingung ist die Planung, Durchführung, Dokumentation und Reflexion eines praktischen Beteiligungsprojektes. Hierbei berät das Ausbildungsteam die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gerne.

Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wird eine aktive Mitarbeit in den Seminaren gewünscht. Neben Präsentationsübungen und praktischen Übungen wird die Moderation von Kleingruppen Bestandteil des Kurses sein. Mit Hilfe von Vertiefungstexten werden die Inhalte der einzelnen Module vor- bzw. nachbereitet. 

Inhalte der Module

Modul 1: Grundlagen der Kinder- und Jugendbeteiligung

  • Grundlagen und Definitionen von Partizipation und Alltagsdemokratie: Verständnis, Begründungen und Haltungen
  • Aktionsfelder, Themen, Zielgruppen der Beteiligung durch Vorstellung von Projektideen kommunaler und freier Träger
  • Formen der Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Grundlagen der Zusammenarbeit schaffen: Kennenlernen der Teilnehmenden und Austausch über Erfahrungen

Modul 2: Grundlagen der Moderation

  • Moderationszyklus
  • Eigen- und Fremdwahrnehmung
  • Aufgaben und Rolle als Moderator/-in im Beteiligungsprozess
  • Klassische Methoden (Kartenabfrage, Clustern usw.)
  • praktische Übungen
  • ViPP – Visualisierung in Partizipationsprozessen: Grundlagen und Technik der Moderationsmethode (u.a. Schriftübungen)
  • Kennenlernen verschiedener Techniken der Moderationsmethode
  • Auseinandersetzung mit der Rolle als Moderator/-in
  • Zukunftswerkstatt als Methode für Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Moderationsübungen: Praktische Erprobung der verschiedenen Formen und Techniken der Moderationsmethode

Modul 3: Konzeptentwicklung und Projektmanagement

  • Projekt-, Ideenentwicklung, Zielfindung und Konzeptionsentwicklung
  • Projektmanagement in der Kinder- und Jugendbeteiligung
  • Finanzierung von Beteiligungsprojekten
  • Qualitätsstandards für Beteiligung
  • Partizipative Erhebungsmethoden im Sozialraum
  • Planung des eigenen Projektes/Beteiligungsvorhabens

Modul 4: Partizipationsprojekte starten: „Kleine und große Beteiligungsmethoden“

  • Wir-Werkstatt als Methode für Kinder- und Jugendbeteiligung - als Beispiel einer ressourcenorientierten Partizipationsmethode
  • Methodenstrauß: Bewährte Methoden der Beteiligung in Theorie und Praxis

Modul 5: Vertiefung Projektmoderation

  • Vertiefung Methoden
  • Umgang mit schwierigen Situationen
  • Konfliktmoderation
  • E-Partizipation
  • Flipchartgestaltung

Modul 6: Projekte qualifiziert durchführen und abschließen

  • Qualitätsmanagement – Evaluation in Beteiligungsvorhaben
  • Dokumentation der eigenen Beteiligungsprojekte und –vorhaben
  • Reflexion der Rolle und Funktion als Prozessbegleiter/-in in Partizipationsprozessen
  • Auswertung und Abschluss der Ausbildung

 

Der Ablauf orientiert sich an den Bedürfnissen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, eine Veränderung der Inhalte ist grundsätzlich möglich.

Zum 3. Modul ist  für die Zertifizierung eine eigene Projektidee einzubringen, anschließend kann mit der Durchführung des eigenen Projektes begonnen werden. Die Präsentation der eigenen Projekte findet im 5. und 6. Modul statt. Die eigenen Praxisprojekte werden laufend reflektiert und jeweils unter dem Fokus der aktuellen Modulschwerpunkte ausentwickelt, Trainerin und Trainer unterstützen durch Coaching.

Mitwirkende der Ausbildung zur Moderatorin/zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung

Trainerin und Trainer

Angelika Liebrecht arbeitet als freiberufliche Dipl. Ing. Landschaftsplanerin und Multiplikatorin für Bildung für nachhaltige Entwicklung an einem außerschulischen Lernort in Hannover und hier oft mit Kinder und Jugendlichen aus Brennpunkteinrichtungen. Sie ist seit vielen Jahren als Moderatorin für Kinder- und Jugendbeteiligung in unterschiedlichen Kontexten wie Jugendhilfeplanung, Schulhof- und Spielplatzplanung sowie Spielleitplanung tätig. Sie moderiert zudem (Groß-)Veranstaltungen sowie Strategieworkshops, Klausurtagungen und Gruppen/Teamprozesse. In Fortbildungen zu Themen wie z.B. Konfliktmanagement, wertschätzende Kommunikation und Präsentationsmethodik kommen ihre breitgefächerten (kreativen) Methodenkenntnisse zum Tragen. Außerdem arbeitet sie als Mediatorin und berät als Business Coach Fach-und Führungskräfte, Teams und Organisationen. Seit 2015 hat sie einen Lehrauftrag an der Leibniz Universität Hannover im Projekt „Offene Universität für Frauen“.

Frank Labatz arbeitet als paritätische Fachdienstleitung für den Bereich Kinder und Jugend bei der Stadt Langenhagen. Seit 2001 leitet er das Institut für Soziale Kompetenz. Partizipation besonders von Kindern und Jugendlichen, sowohl haupt- als auch freiberuflich, gehört seit über 25 Jahren zu einem Schwerpunkt seiner Arbeit. Über die Ausbildung als Verwaltungsfachangestellter, seinem Studium im Bereich Sozialwesen, Arbeitswissenschaften, Supervision und Organisationsdiagnostik hat er ein breitgefächertes theoretisches Wissen. Seine Tätigkeiten als Jugendzentrum- und Fachdienstleitung, Dozent, Lehrbeauftragter und Supervisor runden seine Kompetenz in der praktischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen ab.

Darüber hinaus geben externe Referent/-innen Inputs zu speziellen Themen

Koordination

Petra Dickhoff, Mitarbeiterin des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.
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Telefon: 030-308 693 26

Inhaltlich verantwortlich

Sebastian Schiller, Mitarbeiter im Referat Kinderpolitik des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Telefon: 030-308 693 42

Veranstaltungsort der Ausbildung

Die Ausbildung findet in Hannover im Hotel und Tagungshaus des Zentrums für Erwachsenenbildung „Stephansstift“ statt.
Kirchröder Straße 44, 30625 Hannover.
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www.zeb.stephansstift.de

Termine der Ausbildung

Modul I
03. bis 05.03.2017
Modul II
28. bis 30.04.2017
Modul III
07. bis 09.07.2017
Modul VI
25. bis 27.08.2017
Modul V
15. bis 17.12.2017
Modul VI
19. bis 21.01.2018

 

Die Ausbildungswochenenden beginnen Freitag um 10:00 Uhr und enden Sonntag um 13:00 Uhr.

Kosten der Ausbildung

Um die hier beschriebene Ausbildungsreihe durchführen zu können, trägt das Deutsche Kinderhilfswerk e.V. einen großen Anteil der Kosten.

Die einzelnen Teilnehmenden beteiligen sich mit insgesamt € 1.300,- bei einer Unterbringung im Einzelzimmer an den Kosten. Für eine Unterbringung im Doppelzimmer liegen die Kosten bei € 1.100,-. Im Preis enthalten sind die Unterkunft in der Bildungsstätte, Vollverpflegung sowie zahlreiche Tagungsmaterialien für die sechs Module. Alle darüber hinausgehenden Kosten, vor allem die Fahrtkosten, werden von den Teilnehmenden selbst getragen.

Die Zahlung der Teilnehmergebühr erfolgt nach Rechnungslegung durch das Deutsche Kinderhilfswerk. Wir bieten auch eine individuelle Ratenzahlung an. Dazu kontaktieren Sie uns bitte.

Die Weiterbildung zur Moderatorin/zum Moderator für Kinder- und Jugendbeteiligung wird gefördert aus Mitteln des Förderfonds „Kinder stärken!“ des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung und des Deutschen Kinderhilfswerkes e.V.

„O-Töne“ von Teilnehmenden aus früheren Durchgängen der Ausbildungsreihe

  • „Diese Ausbildung bringt kreative Leute zusammen und vermittelt gute umsetzbare Methoden, Partizipation (demokratische Abläufe) praktisch werden zu lassen. Tolle nachhaltige Projekte – super Referenten eine prima Sache diese Ausbildung. Danke“ Andreas Koesling von Sylt
  • „Das kennen lernen neuer Leute ist eine Bereicherung für mein persönliches und berufliches Leben.“ Conny aus Seddiner See
  • „persönliche, wertvolle, fachliche, informative ... kurz einfach gelungene Veranstaltung.“ Jutta aus Nordhorn

Hier geht es zum Download: